Für Amateure am einfachsten zu bearbeiten sind Plaktonproben, aber auch hier ist ein wenig Mikrotechnik erforderlich: Das sprichwörtliche "Wunder im Wassertropfen" erweist sich nämlich stets als große Enttäuschung, denn die Konzentration von Planktonorganismen in Gewässerproben ist sehr gering. Man benötigt daher ein spezielles "Planktonnetz", das aus einer äußert feinen Gaze mit einer Maschenweite von ca. 20 um besteht. Zieht man ein solches Netz mehrfach durch ein Gewässer oder seiht man mehrere Eimer Wasser durch ein solches Netz, so erhält man Proben von hinlänglicher Konzentration, die man kühl aufbewahrt und möglichst bald lebend untersucht. Die Formenfülle ist fast immer überwältigend. Weitere Hinweise zum Umgang mit Plankton finden Sie unter "Tips für Anfänger".
Besonders eindrucksvoll sind Rädertiere (Rotatorien), kleine Vielzeller, benannt nach ihrem Strudelorgan. Hier einige Bilder und kurze Filmsequenzen.
Ebenfalls sehr lebendig sind einzellige Wimpertierchen (Ciliaten), hier einige Beispiele von Stentor, dem Trompetentierchen:
Besonders schön sind Zieralgen (Desmidiaceen), die zwar keine Planktonorganismen sind, jedoch sehr oft im Plankton vorkommen. Man findet diese Algen besonders häufig in sauren Moortümpeln (Moos ausdrücken und das Wasser durch ein Planktonnetz seihen).
Eine ganz besonders schöne Gruppe bilden die Kieselalgen (Diatomeen) .Man findet die chemisch äußerst widerstandsfähigen Panzer dieser Algen in großer Menge im Schlamm von Teichen und Seen angereichert. Eine getrocknete Schlammprobe wird mit konzentrierter Schwefelsäure im Freien so lange erhitzt, bis alle organischen Beimengungen zerstört sind, danach wird die Probe mehrfach mit Wasser gewaschen und schließlich in Alkohol überführt. Eine kleine Menge dieser Probe läßt man auf dem Objektträger eintrocknen, gibt dann einen Tropfen Xylol darauf, danach einen Tropfen Einschlußmittel, und nach dem Auflegen eines Deckglases ist man im Besitz eines Dauerpräparates.
Die Strukturen der Kieselalgen sind
oft derart fein, daß sie, obwohl auch im Lichmikroskop sichbar, erst im
Rasterelektronenmikroskop (REM) gedeutet werden
können. Seit 2004 steht unserer Gruppe ein solches Gerät
zur Verfügung.
Copyright: webmaster@mikrohamburg.de